Efringen-Kirchen gemeinsam gestalten

Stellungnahme zu den Geschehnissen bei der Generalversammlung und den Differenzen mit Gesamtkommandant Philipp Haberstroh

Zuvorderst ist mir wichtig zu betonen: Ich bin nicht der Typ, der andere öffentlich bloßstellt oder Differenzen derart in der Öffentlichkeit austrägt. Dasselbe nehme ich auch für mich in Anspruch. Aufgrund der kürzlichen Ereignisse sehe ich mich jedoch gezwungen, Stellung zu beziehen und meine Sicht auf die Situation öffentlich zu schildern. Denn das, was mir passiert ist, ist nicht normal. Das hat Grenzen überschritten – und zwar deutlich!

Wer mich kennt weiß, dass ich viel ertrage, dass ich vieles hinnehme, auch wenn es mir widerstrebt. Doch irgendwann ist auch mein Maß voll – und dieser Punkt ist jetzt. Jeder kann sich vorstellen, wie unangenehm es ist auf offener Bühne in Tränen auszubrechen. Gleichzeitig schäme ich mich nicht dafür, weil sich so etwas nicht willentlich steuern lässt. Das weiß jeder aus eigener Erfahrung. Am Abend der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Efringen-Kirchen zeigten meine Tränen das Ausmaß der Verzweiflung und die Folgen der systematischen persönlichen Angriffe sowie der gezielten Zermürbung durch den Gesamtkommandanten.

Ich bin eine Person, die in der Öffentlichkeit steht. Ich bin aber keine Projektionsfläche für Frust, Enttäuschung oder Ärger, den andere in sich tragen. Es kommt vor, wenn man in der Sache hart streitet, dass es mal persönlich wird. Das ist jedoch nicht das Thema, worum es hier geht. Was ich hier erlebe, erweckt den Eindruck, dass versucht wird, mich als Bürgermeisterin zu demontieren, als Menschen zu schwächen. Ich spreche hier von einer gezielten und systematischen Diskreditierung meiner Person. Dazu werden Fakten verdreht, Absprachen ignoriert oder geleugnet, Übereinkünfte in Abrede gestellt oder Informationen bewusst falsch weitergegeben. Meine Versuche, die Situation mit Belegen und Beschreibung von Realität und Tatsachen wieder auf die Sachebene zu bringen, wurden zuletzt mit persönlichen Erniedrigungen, Beschämungen und sogar Drohungen beantwortet.

Es erweckt den Anschein, dass das wichtige Ehrenamt des Feuerwehrkommandanten missbraucht wird, um sich selbst zu profilieren. Koste es, was es wolle. Schädige es, wen es wolle. Dabei geht es nach meinem Dafürhalten in der Feuerwehr darum, sich selbst zum Wohle des Miteinanders – der Kameradschaft – einzubringen und persönlich zurückzunehmen. So habe ich es während meiner bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr erlebt – und auch in der Generalversammlung in meinem Wortbeitrag ausgeführt:

„Das macht nämlich das Ehrenamt in der Feuerwehr aus. Unabhängig von beispielsweise Geschlecht, Ausbildung oder Alter arbeiten Sie zusammen, gemäß dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Uneinigkeit und Unstimmigkeiten spielen keine Rolle, wenn der Melder geht. Sie gehen gemeinsam in den Einsatz zum Wohle der Menschen unserer Region, wenden Ihr Fachwissen an und kommen gemeinsam wieder heil nach Hause.“

Meine Tür ist immer offen, mein Gesprächsangebot steht. Leider wurden Angebote zur Unterstützung, zur Klärung oder zur Schaffung von Transparenz nicht nur abgelehnt, sie wurden vielmehr als Angriff gewertet und als despektierlich ausgelegt. So ein verweigerndes um nicht zu sagen niederträchtiges Verhalten habe ich in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt. Das kann ich nur als bewusste Verweigerung einer konstruktiven Zusammenarbeit deuten. Durch Einbeziehung verschiedener Personen, Maßnahmen wie eine Mediation bis hin zu einer völlig absurden „Auflage“, dass ich nur mit Erlaubnis des Gesamtkommandanten mit Feuerwehrangehörigen sprechen „darf“, habe ich bis zuletzt versucht, die Situation zu klären. Meine Hand war immer ausgestreckt, sie muss aber auch ergriffen werden wollen. Möglicherweise habe ich zulange an dem Gedanken festgehalten, dass alle an einem guten Miteinander interessiert sind.

Ich bin nicht mehr bereit, hinzunehmen, was ich in den letzten drei Jahren ertragen und „geschluckt“ habe. Was ich erlebe, hat nichts mit einem „normalen“ Konflikt zu tun. Was ich erlebe, geht gezielt und bewusst gegen mich persönlich. Mit den Geschehnissen der letzten Wochen ist für mich eine Grenze erreicht – oder vielmehr weit überschritten. Künftig werde ich so nicht mehr mit mir umgehen lassen und entsprechend handeln.

Ich nehme für mich in Anspruch, als Mensch hinter dem Amt respektiert zu werden.

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